KAB Bernbach


Der Ortsverband unserer KAB Bernbach feierte im Jahre 2007 sein 75 jähriges Bestehen

In Bernbach trafen sich erstmals im August 1932 katholische Männer in der Gastwirtschaft Huth, um in ihrem Ort einen katholischen Arbeiterverein ins Leben zu rufen. An der Spitze der noch kleinen Mitgliederschar stand Valentin Huth. Kuratus Ackermann, der es als Präses des Vereins verstand, einen guten Mitgliederstamm heranzubilden, machte es sich zur vordringlichsten Aufgabe, diesen regelmäßigen Versammlungen und Filmabenden in den Bestrebungen der katholischen Standesvereine zu schulen. Nach der Versetzung von Kuratus Ackermann im Jahre 1936 führte sein Nachfolger, Kuratus Hartmann, die Bildungsarbeit mit großem Eifer weiter.

Erste Vereinsfahne im Jahre 1934 erworben

Dank der Bemühungen vom Präses und Vorstand zählte der junge Verein bis zum Jahresende 1935 bereits 85 Mitglieder. Den Vorsitz führte von 1933 bis 1934 Josef Trageser I., der nach einjähriger Tätigkeit die Leitung des Vereins dem jüngeren Karl Niedenthal anvertraute. Karl Niedenthal behielt den Vorsitz bis 1948, und sein Wirken verdient besonders hervorgehoben zu werden, da er in der verhängnisvollen Zeit des Nationalsozialismus seinen Freunden ein mutiger Führer war. Auf seine Initiative hin wurde im Jahre 1934 die erste Vereinsfahne erworben. In die damalige Zeit fällt auch die Ausgliederung des Vereins aus dem Bezirksverband Offenbach und sein Anschluss an den Diözesanverband Fulda. Die Vereinstätigkeit wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft in jeder Beziehung erschwert und unterdrückt. Um einem völligen Verbot aus dem Wege zu gehen, nahm der Verein den Namen „St.-Josef-Verein“ an. Die jüngeren Mitglieder wurden fast ausnahmslos zum Kriegsdienst eingezogen, wo einige von ihnen ihr Leben lassen mussten.

Wiederbegründung erfolgte 1946

Nach dem Zusammenbruch es Dritten Reiches begann man schon bald unter Führung von Kuratus Hartmann und des bisherigen Vorstandes die Vereinstradition neu zu beleben, so dass 1946 die Weiderbegründung erfolgen konnte. Als 1948 Julius Iffland den Vorsitz übernahm, zählte der Verein 65 Mitglieder. Trotz wirtschaftlicher Not entwickelte sich unter seiner Leitung wieder eine rege Vereinstätigkeit. Der Neubeginn fand seinen sichtbaren Ausdruck in der Anschaffung einer zweiten Fahne, da die erste 1945 von den Amerikanern aus Unkenntnis verbrannt worden war. Die Weihe wurde am 30. Mai 1949 gemeinsam mit der Weihe der Vereinsfahne der KAB-Horbach in Bernbach in würdiger Form begangen.

Julius Iffland führte den Vereinsvorsitz bis zum Jahre 1955. Unter seinem Nachfolger Eugen Franz war man besonders bemüht, neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen. Aufgrund dieser Bemühungen konnte bei der Feier des 25-jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 1957 mit Stolz verzeichnet werden, dass die inzwischen auf 164 Mitglieder angewachsene KAB-Bernbach – gemessen an der Einwohnerzahl des Ortes – der relativ stärkste Verein des Diözesanverbandes Fulda war. Die Jubiläumsfeier am 23. Juni wurde zu einem kleinen Volksfest gestaltet. Noch im selben Jahr wurde am 21. und 22. September in Bernbach die Herbstdelegiertentagung des Bezirksverbandes Main-Kinzig durchgeführt.

Von 1961 bis 1982 war Karl Hofmann unermüdlich Vorsitzender der KAB-Bernbach. Zusammen mit ihm nahmen 27 Mitglieder des Vereins im Jahre 1962 an der großen Ketteler-Wallfahrt nach Mainz teil. Im Mai desselben Jahres feierte man das 30-jährige Bestehen des Vereins als Dekanats-Männertag. Nach dem Festgottesdienst an der Fatima-Kapelle und einer Ansprache von Pater Schwan aus Fulda fand im Lokal Aul eine Kundgebung statt. Die Anwesenheit von Missionsbischof Bernhard Schilling aus Somborn bedeutete für die Jubiläumsfeier eine besondere Ehre.

Rege Erwachsenenbildungsarbeit der KAB

Die sechziger und siebziger Jahre waren gekennzeichnet durch eine rege Erwachsenenbildungsarbeit. Das 40-jährige Bestehen der KAB-Bernbach wurde vom 26. bis 28. Mai 1972 als großes Jubiläumsfest begangen, an dem sich die Bernbacher Ortsvereine und viele Brudervereine beteiligten. Höhepunkte waren neben dem geselligen Teil der Gottesdienst im Festzelt, der von Generalvikar Dr. Plettenberg (Fulda) gehalten wurde, und eine Kundgebung mit dem Bundesvorsitzenden Alfons Müller aus Köln.

Im Jahre 1977 übergab der langjährige und verdiente Präses Pfarrer Anton Dressler seine Pfarrgemeinde und damit auch die geistliche Leitung der KAB-Bernbach an Pfarrer Helmut Thomas.

In Versammlungen, Seminaren, Einkehrtagen, Feierstunden und Fahrten wurde die Erwachsenenbildungsarbeit in der Pfarrgemeinde auch weiterhin weitgehend durch die KAB getragen.

Seit 1992 ist Pfarrer Stefan Buß Präses des Ortsverbandes und gleichzeitig Unterbezirkspräses des Unterbezirkes Freigericht. Herbert Aul ist zur Zeit als Vorsitzender tätig. Derzeit hat die KAB noch 71 Mitglieder.

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)

Die KAB ist ein katholischer Verband mit berufs- und sozialpolitischer Zwecksetzung. Der Ortsverband Bernbach wurde bereits im Jahre 1932 in der Gastwirtschaft Huth gegründet. Zum Vorsitzenden wurde seinerzeit Valentin Huth gewählt. Der Verein entwickelte sich so prächtig, dass er bereits im Jahre 1935 85 Mitglieder zählte. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde die Arbeit unter Präses Hartmann aufgenommen. Das Vereinsleben war nach dem 2. Weltkrieg reich an Höhepunkten und wurde später unter dem langjährigen Vorsitzenden Karl Hofmann und Pfarrer Dressler als Präses weiter ausgebaut. Das Hauptgewicht legte man auf die Bildungsarbeit. Die KAB versteht sich als eine Bewegung in der Kirche, die die Menschen in der Arbeitswelt in besonderer Weise ansprechen will, die sich aber auch kritisch gegenüber der Kirche äußert, wenn es ihr nötig erscheint. Die Sorge gilt dem Schutz und der Förderung der Familie, dem arbeitenden Menschen, aber auch dem berechtigten Anliegen der im Ruhestand lebenden Menschen. Darüber hinaus fühlen sich die Mitglieder der KAB auch in besonderer Verantwortung gegenüber dem ungeborenen Leben und den Menschen in der Dritten Welt. Neue Probleme wie die Asylantenfrage, die der Aussiedler sowie Fragen der Umweltverschmutzung erregen Aufmerksamkeit und verlangen Antworten gerade auch von der KAB als einem katholischen Sozialverband.

Die Aktivitäten der KAB erstrecken sich von der Durchführung von Bildungsveranstaltungen über sozial- und steuerpolitische Themen auch über Hilfsmaßnahmen in Form von Kleidersammlungen für die Aktion „Schützt mein Leben“ sowie finanzielle Unterstützung für das Weltnotwerk der KAB und die Bildungsstätte Menterode/Thüringen. Hervorzuheben sind aber auch Aktionen der KAB für die Beibehaltung des arbeitsfreien Sonntags sowie Verbesserungen der finanziellen Situation kinderreicher Familien. Besonders den Initiativen der KAB war es zu verdanken, dass in den vergangenen Jahren das Kindergeld erhöht wurde und erstmals Zeiten der Kindererziehung sich rentensteigernd auswirken.

Die KAB Bernbach ist eine Gemeinschaft froher Christen, die durch ihr Verhalten die Zukunft mitgestalten will.